24 (Twenty Four) – Tag 1

Nachdem so viel darüber geredet wurde, habe ich mich nun auch endlich dazu aufgerafft, mir die erste Staffel der hochgelobten Echtzeitserie 24 reinzuziehen. Letztes Jahr habe ich bereits die sechste Staffel im TV gesehen; angeblich ein Abklatsch der vorangegangenen Staffeln, was ich bisher nicht beurteilen konnte und nach Ansehen der ersten Staffel auch nicht unbedingt verifizieren kann. Aber sprechen wir über Tag 1, also die erste Staffel.

24 (Twenty Four)

© 2001 Twentieth Century Fox

Worum geht es?

Jack Bauer [Kiefer Sutherland] arbeitet als Federal Agent für eine Antiterroreinheit names CTU in Los Angeles. In den frühen Morgenstunden des Super Tuesday, dem „Tag der californischen Vorwahlen zur amerikanischen Präsidentschaft“, sieht er sich gleich mit mehreren Problemen konfrontiert. Zum Einen erfährt die CTU von einem Attentatsplan auf den afroamerikanischen Präsidentschaftskandidaten David Palmer [Dennis Haysbert], zum Anderen verschwindet Bauers Tochter Kim [Elisha Cuthbert], später auch seine Frau Teri [Leslie Hope], die entführt wurden, um Jack von der Verhinderung des Attentats abzuhalten, ja, um ihm dieses sogar in die Schuhe schieben zu können.

Der etwas unkonventionell arbeitende Jack ist durch das Misstrauen der eigenen Behörde auf die Hilfe seiner Kollegen Nina Myers [Sarah Clarke] und Tony Almeida [Carlos Bernard] angewiesen. Die haben jedoch zeitgleich damit zu tun, den Maulwurf innerhalb der CTU zu entlarven. Auch bei Palmer gibt es familieninterne Komplikationen, als die Verwicklungen seines Sohnes in einen sieben Jahre alten Todesfall an Licht zu kommen drohen.

Analyse:

Dass das Konzept der Serie ziemlich originell ist, muss ich wohl kaum erwähnen. Die gelegentlich eingeblendete Digitaluhr und das Spitscreening, das mehrere Handlungsstränge gleichzeitig zeigt, unterstützen das gelungene Echtzeiterlebnis. Leider führt das aber auch zu Fehlern, beispielsweise den urplötzlichen Sonnenuntergang um 18:00 Uhr oder einen während der 5-minütigen Werbepause scheinbar erstarrten Jack Bauer.

Handlungstechnisch wird leider streckenweise ganz schön geschludert. Der Tag teilt sich praktisch in zwei Hälften: bis zum Mittagessen herrscht Spannung auf höchsten Niveau mit größtenteils unerwarteten Wendungen und toller Action. Vor Allem der Handlungsstrang rund um Jack Bauer ist durchweg gut gelungen. Nach der Eliminierung des Hauptfeindes (oder desjenigen, den man bis dato dafür hielt) bricht die Serie in den frühen Nachmittagsstunden völlig ein. Mit konstruierten Wendungen und teilweise wirklich klischeehafter Handlung (Auto rollt den Berg hinab und explodiert augenblicklich) versuchen die Autoren krampfhaft die Spannung der ersten Hälfte aufrecht zu erhalten. Auch die Nebenhandlung um David Palmer wird total hacke (seine fanatisch karrieregeile Frau möchte man am liebsten als menschlichen Schutzschild für ihren Gatten empfehlen), Teri und Kim stolpern unterdessen von einer zusammengemurksten Entführung in die nächste …

Letztendlich rettet Jack Bauer uns im abendlichen Finale den Tag, die Terroristen kriegen ordentlich auf die Fresse und alles scheint sich zu einem Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End hinzubiegen. Die letzte Wendung am Ende der vorletzten Folge hingegen ist wieder so katastrophal haarsträubend und unüberlegt, dass man ernsthaft daran zweifeln muss, ob sich die Autoren im Laufe der Staffel überhaupt Gedanken über ihr Ende gemacht haben, denn das will einfach gar nicht passen und bleibt mir als Zuschauer ein absolutes Rätsel. Scheinbar geht man hier nach dem Konzept „die unerwarteste Wendung erzeugt die höchste Spannung“ vor. Meiner Meinung nach geht das komplett in die Hose und hinterlässt um Mitternacht nach wahrlich mutiger Schlussszene einen bitteren Nachgeschmack.

Fazit:

In meinen Augen ein tolles Serienkonzept, das während der ersten Hälfte wunderbar aufgeht, sich danach aber in gekünstelter Spannungserzeugung verfängt. Ausstattung und Schauspieler sind auf hohem Niveau, es entsteht wahres Spielfilm-Feeling. Auch wenn durchaus Steigerungspotential besteht, wird 24 nicht umsonst derart gepriesen.

Die Serie finanziert sich übrigens (sichtbar) durch Product-Placement … aber irgendwie müssen ja die unzähligen Telefonate bezahlt werden. ^^

Bruder Hugo

Testsubjekt bei Aperture Science
Mein Name ist Bruder Hugo. Ich mag Elefanten.

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