Summer-Sale-Marathon
Teil 1: Halo: Spartan Assault

Halo: Spartan Assault

(c) 2014 Microsoft Games


Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Halo: Spartan Assault.

Keine große Ankündigung, kaum bekannt! Ist das wirklich ein Spiel der berühmten Halo-Reihe, die weltweit immer einen Jubelsturm bei den Fans auslöst? Ja ist es! Doch was ist so anders?

Twinstick-Ballerei statt Ego-Shooter! Smartphone und Tablet statt Konsole und Computer! Wer dieses Halo in die Finger kriegt, denkt sofort: MOMENT! Hier stimmt was nicht! Keine atemberaubende Landschaft, die einen sofort dazu bringt, am liebsten in den Monitor zu springen, Kein Gänsehaut-Feeling bei dem normalerweise so epischen Soundtrack! Es fühlt sich anders an, dieses „Halo“.

Das Spiel empfängt einen leider eher mit einem: Hey, los klick was und spiele! Jetzt! Es lässt einem keine Zeit, die Trauer zu überwinden, weil man das typische „Aaaaahaaaahaahaaaaaahahahaaaaaaaa“ nicht zu hören kriegt! Jeder Halo-Fan weiß, was gemeint ist, und singt gerade genau dies im Kopf mit.

Das Menü ist übersichtlich und schlicht gehalten und man kann eigentlich nicht anders, als gleich loszulegen. Das Tutorial schleift einen im Eiltempo durch alle wichtigen Funktionen and here we go! Die sechs Operationen (A bis F) mit jeweils fünf Missionen werden einem kurz ans Herz gelegt und schon schmeißen sie dich ins Getümmel. Mit der WASD-Steuerung, der Maus zum Zielen und der Eagle-Eye-Perspektive kommt man schnell zurecht. Man wird positiv überrascht! Es läuft erstaunlich flüssig und es macht auf Anhieb Spaß. Doch dann tauchen die ersten Anzeichen auf, dass es ursprünglich leider nur ein App für einen kurzzeitigen Abstecher in die Mobile-Gaming-Riege war.

Die erste Mission habe ich in sage und schreibe drei Minuten geschafft und auch die folgenden werden nicht wirklich viel länger. Das Spiel ist auf schnelle Missionen ausgelegt, typisch Mobile-Gaming halt. Kurz und knackig muss es sein mit möglichst viel Krawall! Jawoll, genau so! Wenn man es so betrachtet: ziemlich gelungen! Aber viel Entfaltung gibt es nicht, man wird zielgerichtet geführt. Aberwitzige Stunts, wie bei den klassichen Ego-Shootern der Halo-Saga, gibt es nicht. Leider muss man neben den bildgewaltigen Landschaften und der Spielmusik auch auf die kleinen Belustigungen verzichten. Plasmagranaten, die auf der Stirn haften bleiben, oder die Grunts, die ihre Waffen fallen lassen, wenn sie den plötzlich um die Ecke stürmenden Master Chief sehen, und rufen „Rette sich wer kann!“, vermisst man schmerzhaft. Dafür gibt es Verbündete, die bei jedem einzelnen Schuss „ICH WURDE GETROFFEN“ brüllen, umso mehr. Doch da hilft das Spiel selbst, indem die Missionen so kurz sind, dass man sich dieses Gebrülle nicht lange anhören muss.

Was aber einen leidenschaftlichen Halo der ersten Minute beeindruckt, sind die viele kleinen Spielereien, die man so mit sich rumschleppen kann. Hologramme, die den Gegner verarschen, oder Energieschübe, die einen rennen lassen wie Sonic, machen das Spiel abwechslungsreicher, als man erwartet. Auch das Einstellen von Handicaps (für mehr EXP) und das Auswählen der Waffen, die man vor Antritt des Kampfes mithilfe von EXP kaufen kann, sind eine gelungene Abwechslung. Jedoch fragt man sich dann, wie man dies hätte normal spielen können auf einem Schlauphone, wenn man schon so mind. sieben Tasten am Computer braucht. Das muss ja ein Rumgekloppe aufm Display sein. Naja, aber das ist ja nicht mein Problem.

Für einen Steam-User sind natürlich die Errungenschaften interessant. Ca. 18 der 25 Achievements lassen sich aber schon freischalten, indem man nur die Missionen so zu Ende bringt, wie es von einem verlangt wird. „Angeschaltet“, „Abgeschaltet“, „Evakuiert“ und „Ausgeschaltet“ sind die kreativen Errungenschaften, um die man sich nicht wirklich bemühen muss. Der Rest ist halt typisch Shooter: „Töte nur mit Nahkampfangriffen“ … erfahrene Spieler wissen, was ich meine.

Fazit: Halo: Spartan Assault lohnt sich nur, wenn Steam einem mit riesigem Rabatt das Geld aus der Tasche ködert oder man ein Halo-Fanatiker ist, der es einfach braucht, weil es eben Halo ist. Aber! Ein deutlicher Mangel ist der fehlende Koop-Modus. War man auf der Konsole auf Wunsch zu zweit unterwegs, kämpft man auf dem PC immer allein. Dabei wären die gemeinsam absolvierten, zusätzlichen Koop-Missionen ganz typisch für die Spieleserie. Trotzdem gilt für die Steam-Fassung, was auch schon für die anderen Versionen galt: Wer das Halo-Universum mag, wird mit Halo: Spartan Assault gut bedient – auch wenn der Titel ausnahmsweise mal kein Ego-Shooter ist.

Titel: Halo: Spartan Assault
Entwickler (Jahr): Vangard Games/343 Industries (2014)
Genre: Action
Preis: 1,25 € (75% reduziert bis 22.06., 19 Uhr) statt 4,99 €
Knopfnuss

Knopfnuss

Waldläufer bei Mordor GmbH
I never received my acceptance letter to Hogwarts, so I'm leaving the Shire to become a Jedi. - Totale Knopfsache
Knopfnuss
Tags , , , , , ,

Kommentar verfassen

Springe zur Werkzeugleiste