Summer-Sale-Marathon
Teil 3: Tomb Raider

Tomb Raider

(c) 2013 SQUARE ENIX, Eidos Interactive

Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Tomb Raider.

Ich hab’ mich ja ein bisschen verliebt in dieser einen Stunde mit Tomb Raider heute Abend. Nicht in Lara Croft (naja, in die natürlich auch), sondern in die Optik dieses Spiels und die Atmosphäre, in die es mich vom ersten Moment an gerissen hat. Ich hatte die Grafikoptionen gerade mal auf ‚Normal‘ eingestellt, weil mein Laptop mich sonst im Stich lässt, aber bereits das war bemerkenswert.

Die in den meisten Szenen frei drehbare Kamera ermöglicht nicht nur jederzeit das Studium von Laras fein gerenderten Texturen (das trieb uns schließlich ursprünglich her – hands down!), sondern offenbart auch die Arbeit, die in ihre Mimik und Körperanimationen geflossen ist. Lara Croft zeigt Furcht in der Dunkelheit, leidet, wenn sie sich verletzt einen Felsen hinaufzieht, zittert in der Kälte und stützt sich gegen Wände ab, wenn sie ihnen zu nahe kommt. Die Übergänge zwischen interaktiven Sequenzen und Cutscenes, von denen es vor allem in der ersten halben Stunde eine Menge gibt, sind absolut fließend. Häufig haut man noch in die Tasten, bis man plötzlich bemerkt, dass man schon gar keinen Einfluss mehr auf das Spielgeschehen hat.

In vielerlei Hinsicht erinnert mich Tomb Raider an die Uncharted-Reihe (oder sollte mich Uncharted an Tomb Raider erinnern? Hab nie zuvor mit der guten Lara gespielt … Schande über mich!). Die Grafik ist auf dem Höhepunkt ihrer Zeit. Das Leveldesign bewegt sich zwischen schlauchig und geskriptet. Ich möchte keine Vermutungen äußern, aber die Handlung wird sich wohl auf ähnlichem Indiana-Jones-Niveau abspielen. Doch während Nathan Drake in Uncharted ein abgebrühter Badass ist, wirkt die neue Lara Croft viel realitätsnaher, fast zerbrechlich, wie sie da im Regen sitzend mit ihren Ängsten kämpft. Das trägt sehr zur Atmosphäre bei; ich kann nachvollziehen, dass ich jetzt auf die Jagd gehen muss, nicht weil das Spielprinzip es nun einmal so vorschreibt (Grüße an Assassins Creed III!), sondern weil ich in der Wildnis verrecke, wenn ich nicht weitermache … jetzt ist es doch passiert: Lara Croft weckt meinen Beschützerinstinkt.

Ich weiß nicht, wie Tomb-Raider-Fanboys zu diesem Reboot der Reihe stehen. Neuauflagen von Spielen, Filmen und quasi allem sind ja grad groß in Mode. Ob „Lara Begins“ (oder „Lara Origins“ – ich kann mich nicht entscheiden, Batman oder X-Men, verdammt) der Reihe und ihrer Protagonistin angemessen ist, sei deshalb dahingestellt. Ich jedenfalls störe mich nicht daran und bin bisher sehr überzeugt. Einziger Knackpunkt ist das, was ich bisher von Laras Mitstreitern gesehen habe. Der Nerd, die Kampfbraut, der Professor und der Käpitän riechen alle etwas stark nach Klischeecharakteren. Da ich erst eine Stunde gespielt habe, möchte ich darüber aber noch nicht endgültig urteilen. In jedem Fall bekommt Tomb Raider von mir volle Kaufempfehlung. Selbst wenn die Handlung auf der Strecke bleiben sollte, kann man sich ja immer noch ergötzen an der wunderschönen … Grafik. Grafik, ja.

Titel: Tomb Raider
Entwickler (Jahr): Crystal Dynamics (2014)
Genre: Action, Abenteuer
Preis: 4,99 € (75% reduziert bis 24.06., 19 Uhr) statt 19,99 €

Bruder Hugo

Testsubjekt bei Aperture Science
Mein Name ist Bruder Hugo. Ich mag Elefanten.

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