Summer-Sale-Marathon
Teil 4: Deponia

Deponia

(c) 2012 Daedalic Entertainment


Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Deponia.

Rufus lebt buchstäblich im Abfall. Denn seine Heimat Kuvaq und überhaupt der ganze Planet Deponia sind – wie der Name vermuten lässt – eine gewaltige Müllhalde. Ordnung, Sauberkeit, Rücksichtsnahme, Eigentum … all diese Begriffe scheinen nicht so recht in Rufus’ Welt zu passen. Hier zählen (verständlicherweise) nur er und sein großes Ziel: Deponia zu verlassen und auf einem Kreuzer ins paradiesverheißende Elysium zu gelangen, um sich dort eine hübsche Elysianerin zu schnappen. Sehr zum Ärger seiner Mitmenschen, die sich seit seiner frühesten Kindheit von Rufus’ Risiko- und Experimentierfreude terrorisiert fühlen … und dabei natürlich nur seine Genialität unterschlagen und sich selbst sowieso viel zu wichtig nehmen.

Auch sein neuester Fluchtversuch geht bemerkenswert schief, bringt Rufus aber immerhin auf den Kreuzer. Dort beobachtet er wie die Elysianerin Goal gerade einer großangelegten Verschwörung auf die Schliche zu kommen scheint … und befördert sie prompt per Müllschacht gen Deponia. Klarer Fall von Rettung in letzter Sekunde! Selbstredend, dass Rufus plant, sie nach Elysium zurückzubringen und bestenfalls gleich mit ihr dortzubleiben. Wie könnte Goal jemanden wie ihn, der noch dazu ihr Retter ist, denn auch ausschlagen?

Deponia ist ein bunter Topf irrwitzig verschrobener Charaktere, sei es Rufus’ notorisch entnervte Mitbewohnerin Tony, die ihr Hab und Gut mittlerweile mit einem Fallbeil zu schützen versucht, oder Gizmo, der zugleich Doktor, Inspektor und Feuerwehrmann von Kuvaq ist. Die Dialoge zeigen treffsicher ihr Verhältnis zu Rufus und seinen verrückten Plänen, bei denen sie ihm völlig uneigennützig viel Glück wünschen, während im Hintergrund bereits die Partyutensilien lagern.

Die 2D-Cartoongrafik besticht zugleich durch klassischen Charme und modernes Design. Die Animationen sind teilweise überraschend detailreich und die Hintergründe liebevoll gezeichnet. Musik und Sprecher sind klasse, das Gameplay ist schnell erlernbar. Die Rätselqualität ist auf einem guten Niveau: einiges ist reichlich knifflig, nichts dabei unlösbar oder gar zu offensichtlich. Eine besondere Herausforderung – wenn auch schnell nervtötend – ist der Droggeljug-Modus, der jeglichen Dialog im Spiel in das Wort „Droggeljug“ verwandelt. Das Durchspielen unter diesen leicht erschwerten Bedingungen wird allerdings auch mit einem entsprechenden Achievement entlohnt.

All das macht Deponia zum besten Point-&-Click-Adventure, das ich in den letzten Jahren gespielt habe. Ich denke, es ist ein Muss für Adventureliebhaber und solche, die es werden wollen (Phrasenschwein). Das Spiel hat mittlerweile übrigens zwei Fortsetzungen, die natürlich ebenfalls auf Steam erhältlich sind. Ich muss nicht erwähnen, dass es sich lohnt, sich gleich die ganze Trilogie zuzulegen, oder? Hussa, aufs fröhliche Geldausgeben!

Titel: Deponia
Entwickler (Jahr): Daedalic Entertainment (2012)
Genre: Adventure, Indie
Preis: 1,99 € (90% reduziert bis 30.06., 19 Uhr) statt 19,99 €

Bruder Hugo

Testsubjekt bei Aperture Science
Mein Name ist Bruder Hugo. Ich mag Elefanten.

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