Summer-Sale-Marathon
Teil 5: Terraria

Terraria

(c) 2011 Re-Logic


Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Terraria.

Keine Sorge, mit eurer Grafikkarte ist alles in Ordnung. Was aussieht wie ein Super-Mario-Klon eines schlecht programmierten Super-Nintendo-Emulators, ist zurzeit eines der originellsten Indie-Spiele. Hinter der pixeligen 2D-Fassade versteckt sich eine Mischung aus Zelda und Minecraft. Jedoch am Anfang mit einem sehr, naja wie soll ich sagen, mäßigen Eindruck. Man munkelt, es macht süchtig. Naja, noch nicht.

Es fängt ganz harmlos an. Mit einer Spitzhacke und Axt ausgestattet landen wir in einer komplett zufällig generierten Welt, wo ein Dude auf uns wartet, der eigentlich der Guide sein sollte, im Endeffekt aber nur sagt: „Los, geh mal Holz hacken.“ Der Anfang verläuft stockend, geradezu schleppend. Man muss eine Engelsgeduld auffahren, um die erste Stunde zu überstehen und nicht so schnell den Esc-Button zu drücken, als gäbe es dadurch einen Preis zu gewinnen. Man versucht akribisch Holz für seine bescheidene Hütte zu hacken, da kommt auf einmal ein Wesen angesprungen und versucht einen umzubringen. Ein grüner Schleimball! Sehr gefährlich, vor allem wenn er nur über einen rüberspringt. Links, rechts. Links und hey, wieder rechts. Als könnte man vor Langeweile sterben. Warten wir’s ab.

Wenn man dann die ersten Bäume gefällt hat, baut man sein erstes Häuschen. Ganz bescheiden: Vier Wände, ein Dach, eine Tür. Nur warum? Um dann wieder auf die Suche nach Rohstoffen zu gehen und einen auf Holzfäller-Simulator 2011 zu machen? Naja, nicht ganz, auch um Nachts nicht von irgendwelchen Zombies gefressen zu werden, die höflich an der Tür klopfen und sogar drauf warten, bis man ihnen öffnet. Tagsüber heißt es denn wieder forschen, hacken, suchen und graben. Damit wir unser trautes Heim schöner ausschmücken können und um die stärkeren Geschöpfe mit unseren nun stärkeren Waffen erledigen zu können.

Im Handwerkssystem lassen sich über einhundert Werkzeuge, Waffen und die Deko für das heimische Wohlfühlerlebnis herstellen. Allerdings wird es nach einiger Zeit echt unübersichtlich, gar chaotisch! Viele Icons sehen sich ähnlich und ich habe gehört, manche haben sich schon zu Tode gescrollt auf der Suche nach einem passenden Item. Aber eigentlich ist das Ganze eher ein dauerhaftes Wettrüsten mit den Monstern, die – je weiter man vordringt – immer stärker werden. Was ganz neues!

Ist die Welt nach langem Erkunden endlich vollständig ausgeschöpft, kann man sich einfach eine neue Welt generieren und dabei zwischen Small, Medium and Large wählen. Nach meinem Stand (zwei Stunden angespielt) heißt es nicht wie sonst in aller Munde: je größer, desto besser! Zum Glück kann man seinen erstellten Charakter mit in die andere Welt nehmen. Sonst würde dieses ewig lange Prozedere wieder von vorn losgehen.

Der Multiplayer-Modus ist ganz lustig. Mit bis zu sieben Spielern gemeinsam buddeln, yeay! Aber Spaß beiseite, die drei Endbosskämpfe kriegen dadurch einen gewissen Reiz. Auch die Grafikkarte wird dann an ihre 5%-Auslastungsgrenze gebracht! Auch einen PvP-Modus gibt es, aber ein Tipp: keine gute Idee! Man wird in bekannter WoW-Manier kräftig in der Luft zerfetzt. Online zu spielen bringt aber durch die fehlende Server-Such-Funktion äußerst viele Verbindungsschwierigkeiten mit sich, wie ich lesen konnte. Ich hoffe, ich komme nie in den Genuss! Falls doch, sag ich euch nicht bescheid.

Fazit: Auch wenn es aussieht wie ein PC-gewordener Autounfall und der Designer des fummeligen und unübersichtlichen Inventars sofort ohne Essen ins Bett geschickt gehört, ist es doch für die richtigen Gamer ein absolutes Must-Have. Nur noch diese eine Erzader abbauen, nur noch dieses Zimmer fertig bauen, nur noch diese Höhle erkunden und schon wieder zwitschern die ersten Vögel und man denkt sich ja gut, wenn schon, dann richtig! Es ist so ein „Entweder man liebt es oder man hasst es“-Spiel. Da ich es nicht liebe, kennt ihr meine Meinung nun. Möge die Spitzhacke mit euch sein!

Titel: Terraria
Entwickler (Jahr): Re-Logic (2011)
Genre: Sandbox, RPG, Indie
Preis: 2,49 € (75% reduziert bis 23.06., 19 Uhr) statt 9,99 €
Knopfnuss

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Waldläufer bei Mordor GmbH
I never received my acceptance letter to Hogwarts, so I'm leaving the Shire to become a Jedi. - Totale Knopfsache
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