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22(21,1) Jump Street

(c) Columbia Pictures, Metro-Goldwyn-Mayer

(c) Columbia Pictures, Metro-Goldwyn-Mayer

Aus gegebenem Anlass dachte ich mir, schreibe ich mal ein Review über diesen doch ziemlich fragwürdigen Film. Achja, wer den Film noch nicht gesehen hat und ihn sich noch ansehen will, sei gewarnt, dass es in diesem Artikel auch Spoiler geben wird.

22 Jump Street ist storytechnisch schnell erzählt: Zwei Undercoverermittler, gespielt von Channing Tatum und Jonah Hill – die Namen der eigentlichen Figuren konnte ich mir nach dem Film nicht in Erinnerung rufen – sollen auf der Universität MC State die Quelle für eine neue Droge, genannt whyphy (work hard yes play hard yes), sprich Wi-Fi, ausfindig und dingfest machen. Wie schon im ersten Teil geraten die beiden Cops in einige schwierige, lustige, aber vor allem peinliche Situationen, die dem Zuschauer fast immer die Schamesröte ins und die Hand vors Gesicht treiben. Alle Charaktere bleiben flach und die Handlung scheint zu großen Teilen aus dem ersten Film entnommen zu sein.

Der Verlauf beider Filme ist fast identisch, was man anhand einiger Vorkommnisse belegen kann. Die Ermittler werden in eine Schuleinrichtung eingeschleust, um einen Drogenring zu sprengen, zuvor wird nochmal gezeigt dass die beiden Partner richtige Bros geworden sind durch ihre Zeit an der Polizeiakademie. Kurz nachdem sie eingeschleust werden, haben sie erstmal keine Ahnung wie man an die Drogen kommen könnte und es folgt, wie erwartet, ein Hagel an Witzen über ihr Alter. Zwischendurch gibt es auch mal einen Trip mit den Drogen, die sie eigentlich finden sollten. Es folgt eine Selbstfindungsphase für beide Ermittler, in der sie feststellen, dass sie deutlich zu verschieden sind für ihre Partnerschaft, und es beginnt das retardierende Moment: es gibt kein weiteres Geld mehr für den Einsatz und Tatum und Hill entfremden sich, wobei jetzt Tatum derjenige ist der sich in der Schuleinrichtung selbstverwirklichen will. Der Film endet damit, dass der Antagonist der beiden wiedervereinten BroCops, also Brops, auf einer großen Feier der jeweiligen Schuleinrichtung bei einer Schießerei und anschließender Verfolgungsjagd – bei der Channing Tatum abermals angeschossen wird – festgenommen/getötet wird. Lies weiter

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Der Hobbit: Smaugs Einöde

Der Hobbit: Smaugs Einöde

(C) 2013 New Line Cinema, MGM, Wingnut Films; http://www.thehobbit.com/

Mit Smaugs Einöde kehren Bilbo Beutlin und seine dreizehn zwergischen Weggefährten auf die Leinwand zurück. Nach zwei Stunden Wiesen, Wald und Wasser folgt das langerwartete Aufeinandertreffen mit dem Drachen Smaug. Doch Bruder Hugo sucht verzweifelt nach Feuer.

Stolze einhunderteinundsechzig Minuten Laufzeit bilden den Mittelteil von Peter Jacksons Verfilmung des 250-Seiten-Romans Der Hobbit. Das sind fast drei Stunden pausenlose Reizüberflutung auf hohem technischen Niveau. Und obwohl Smaugs Einöde eigentlich keine erzählerischen Längen aufweist, wirkt er auf mich nicht flüssig. Die Figuren bleiben überwiegend unter ihrem Potential, die Handlung kommt kaum über Transformers-Level hinaus. Da brechen Kenner der Romanvorlage reihenweise in Tränen aus …

Enttäuscht hat mich das bei Smaugs Einöde nicht mehr sonderlich. Eine unerwartete Reise hat meine Erwartungen an die Hobbit-Verfilmungen ordentlich gedämpft, auch wenn ich einen Funken Hoffnung hatte, dass Peter Jackson im zweiten Teil einige Makel des Vorgängers wieder ausbügeln würde. Ich bin tatsächlich nur noch traurig darüber, wie lieblos das Drehbuch mit der Romanvorlage umgeht. Zugegeben: Tolkien war zwar ein Mann mit großen Ideen, aber er war kein High-End-Schriftsteller. Das merkt man, wenn man den Herrn der Ringe liest, wo sich Tolkien regelmäßig in detaillierten Beschreibungen verheddert und dabei ganze Handlungsstränge (namentlich die Reise von Frodo und Sam) veröden lässt. Der Hobbit ist besser, weil er einen ganz anderen Anspruch, eine andere Zielgruppe und dadurch einen anderen Stil hat. Er ist kürzer, weniger episch, oft wirklich einfach, teilweise sogar albern … eben für Kinder. Ich denke, niemand hat erwartet, dass Peter Jackson Kinderfilme dreht. Das wäre auch verkehrt. Wir wollten schließlich ein Prequel zu Der Herr der Ringe sehen, nichts anderes. Im Gegensatz zum ersten Teil eiert Smaugs Einöde nicht mehr zwischen kindlicher Albernheit und aufgeschnittenen Bauchdecken herum. Das ist gut. Der neue Film schlägt sich eindeutiger auf die Erwachsenenseite, wenn auch mit einer Menge komödiantischer Elemente. Die Orks sind aber keine knuffigen Plüschtiere mehr und Radagasts Narnia-Kaninchen sieht man auch nur noch in einem kurzen Panoramashot.

Es ist auch nicht der grundsätzliche Erzählstil der Filme, der mich stört, sondern die Ignoranz gegenüber kleinen Details, die den Roman so lesens- und liebenswert machen. Auch der zweite Teil scheitert nämlich an vielen verpatzten Einzelheiten, deren Korrektur so einfach und logisch gewesen wäre, dass es schon fast tragisch ist, sie dennoch auf der Leinwand sehen zu müssen. Eigentlich will ich die Hobbit-Filme mögen, so wie ich die Herr-der-Ringe-Filme mag. Aber sie machen es mir aus vielerlei Gründen nicht leicht. Lies weiter

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True Grit

Zehn Oscarnominierungen, acht BAFTA-Award-Nominierungen, Eröffnungsfilm der Berlinale und Jeff fucking Bridges! … Man munkelt, dieser Film hätte echten Schneid.

Johnny Cashs God’s Gonna Cut You Down im Trailer täuschte uns damals selbst über das Mitwirken Matt Damons hinweg einen wirklich hochwertigen Film vor. Jetzt nach der DVD-Veröffentlichung und der Pleite bei den Oscars kamen wir endlich dazu, in gemütlicher Runde das neueste Werk der Brüder Joel und Ethan Coen zu beschauen.

True Grit

© 2010 Paramount Pictures, truegritmovie.com

Coentroverses Kino

Wer sie nicht kennt: die Coen-Brüder sind jenes Regieduo, das sich seit Blood Simple (1984) auf dem schmalen Grat zwischen kauziger Genialität und absurdem Langeweilekino bewegt. Sofern man im Laufe eines Coen-Films nicht sanft eingedöst ist, sitzt man nach dessen Ende traditionsgemäß mit einem „What the fuck“-Ausdruck vor dem Fernseher oder der leeren Popcorntüte und fragt sich, was der ganze Scheiß eigentlich sollte.

Der alteingesessene Filmkenner schwankt innerlich zwischen der Feststellung, dass dieser Film gnadenlos überschätzt wurde, und dem Bedürfnis, sich angesichts seiner eigenen Unwürdigkeit winselnd im Dreck zu wälzen.

Denjenigen, die noch nie in den Genuss eines Coen-Films gekommen sind, empfehle ich übrigens Burn After Reading, das wohl massenkompatibelste Werk der Brüder. Allerdings grenzt es ja schon fast an ein Verbrechen, The Big Lebowski nicht gesehen zu haben …

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Sucker Punch

Geht gleich los, Brüder, muss grad noch die Weibchen von diesem Post verscheuchen: Halo 3, Unreal Tournament, Atari! Und Todeswaffe: Querverbindung auf Zalando! … So, geht los:

Sucker Punch

© 2011 Warner Bros., suckerpunchmovie.warnerbros.com

Hahahah … mjah, gut. Schöner Streifen, ja. Also ohne zu viel vom Inhalt vorwegnehmen zu wollen … wobei, Inhalt zu unterstellen, wäre grob fahrlässig …

Worum geht es? Was sieht man so?

Ja, also da haben wir fünf Frauen, die über 90 % des Films hinweg keine ordentlichen Beinkleider tragen und mit vergoldeten Desert Eagles in der Hand, stolz ihre Höschen präsentieren, und … ja, Gott, das war’s eigentlich auch schon.^^

Die non-verbale Anfangsszene verspricht schon Tiefgründiges: Die junge Protagonistin [Emily Browning], später Baby Doll genannt, hat kürzlich ihre Mutter verloren und wird nun vom notgeil-aggressiven Klischee-Stiefvater gepeinigt. Als der sich an ihrer Schwester vergreifen will, attackiert sie ihn, kann ihre Schwester dadurch zwar nicht mehr retten, wird aber zur Belohnung ins Lennox House für Geisteskranke eingeliefert.

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28 Weeks Later

Zugegeben: dieser Film ist auch nicht mehr der neueste, aber da sich mir gerade die Gelegenheit bot, ihn anzusehen und er – wenn man mal wirklich drüber nachdenkt, was da auf der Leinwand abgeht – ein sehr amüsanter Streifen ist, hier ein paar Worte dazu.

28 Weeks Later

© 2007 Twentieth Century Fox

Wir erinnern uns sicher noch alle an das Prequel 28 Days Later: Tierschutzaktivisten befreien mit tollwutähnlichem, allerdings höchstansteckendem, Virus infizierte Schimpansen aus britischem Versuchslabor. Virus verbreitet sich rasant, verwandelt die übrigen Inselaffen in blutrünstige … halt, nein, keine untoten Zombies … Monster und plättet innerhalb von vier Wochen gesamt Großbritannien. Letztendlich verhungern die Infizierten und die Überlebenden werden gerettet. Soweit, sogut … interessanter Film über den Zerfall der Gesellschaft und so weiter.

28 Wochen später nun (für die Rechenfaulen: etwas mehr als sechs Monate) hat die US Army das ausgelöschte Britannien besetzt und beginnt mit dem Wiederaufbau. Das Virus gilt zwar als ausgerottet, doch einzig sicherer Bereich ist das District 1 auf der Isle of Dogs im Innern Londons, das nun mit Zivilisten neubesiedelt wird …

Man führe sich vor Augen: Die Isle of Dogs (Fläche: maximal 4 km²) ist der einzige sichere Teil Großbritanniens (Fläche: ca. 220.000 km²). Der restliche Teil des Landes ist mit Leichen übersät, das Virus wird über infiziertes Blut und Speichel übertragen (u. a. in Leichen anzufinden) … London nun wird mit Zivilisten (sic!) neubesiedelt.

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X-Men Origins: Wolverine

X-Men Origins: Wolverine

© 2009 Twentieth Century Fox

Worum geht es?

Im Jahr 1845 fliehen die Brüder James (Logan/Wolverine) und Victor (Sabretooth) von zuhause. Beide sind dank mutierter Gene unsterblich und tanzen so während des Vorspanns durch die Kriege der Jahrhunderte. Im Gegensatz zu Logan [Hugh Jackman] lässt Victor [Liev Schreiber] dem katzenartigen Tier in sich freien Lauf, weshalb sich Logan von ihm trennt und ein beschauliches Leben als kanadischer Holzfäller beginnt (!).

Nach der Ermordung seiner Frau Kayla [Lynn Collins] durch Victor nimmt Logan das Angebot Strykers [Danny Huston] an, sein Skelett mit unzerstörbarem Adamantium zu überziehen und ihn so für den Kampf gegen seinen Bruder zu präparieren (diese Szene zeigt übrigens wirklich Ähnlichkeiten zu der aus Logans Albtraum in X-Men). Doch es ist nicht alles, wie es scheint …

Kurzanalyse:

Die Handlung bleibt wie von X-Men-Filmen gewohnt eher unspektakulär und ein wenig ohne roten Faden … und welche Rolle Kayla spielt, kann man spätestens nach der Szene mit der Brücke durchschauen. Nebenbei trifft man auch noch weitere Figuren aus der X-Men-Trilogie wieder: u. a. rettet Wolverine Scott alias Cyclops in einer Szene, die an den Angriff auf die Mutantenschule in X-Men 2 erinnert (übrigens clever gelöst: dadurch, dass Cyclops die ganze Zeit eine Augenbinde trägt und Logan sein Gedächtnis verliert, können sich die beiden 15 Jahre später gehörig auf den Sack gehen), gegen Ende des Films tritt Professor X auf und auch Sabletooth ist in X-Men wieder zu sehen (allerdings in einer völlig anderen Interpretation der Figur).

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