Geschrieben von Bruder Hugo

Riesiges Oscarwabohu

the-oscars
Die Filmprominenz trifft sich zur 87. alljährlichen Selbstbeweihräucherungsparty, der Verleihung der Academy Awards. Stars und gealterte Ex-Stars reichen sich kleine Goldstatuen und danken Wes Anderson für ein hervorragendes Filmjahr. Bruder Hugo kämpft sich durch die Nacht.

Mit jeweils neun Nominierungen hieß es in diesem Jahr vor allem Birdman gegen The Grand Budapest Hotel, eine Show-Biz-Satire über die Karriere von Michael Keaton gegen eine schwarzhumorige Emsemblekomödie mit nur zwei Kameraeinstellungen. Daneben gesellten sich Boyhood – immerhin ein erstaunlich gut gelungenes Experiment und damit durchaus nicht chancenlos – und die vor allem in den Darstellerkategorien hoch gehandelten The Theory of Everything und The Imitation Game.

Anfangs sah es gut aus für das Grand Hotel; Wes Andersons optisch einprägsame Komödie räumte neben „Make-Up“ und „Kostümdesign“ auch die Oscars für das beste „Szenenbild“ und – für mich etwas überraschend – beste „Filmmusik“ ab. Hier hatte ich eher mit einem Sieg des klassischen Streichorchesters gerechnet. Letztendlich war es aber Birdman, der in den Hauptkategorien „Film“, „Regie“ und „Originaldrehbuch“ die Preise einsackte und daneben noch für seine faszinierende One-Shot-Kameratechnik ausgezeichnet wurde.

Die Darstelleroscars gingen durchweg an die jeweiligen Favoriten. Gegen Eddie Redmayne kann man kein Argument ins Feld bringen. Seine Darstellung Stephen Hawkings war verehrenswert, mitreißend und emotional, eine Leistung, die ich ihm nach Les Mis ehrlich gesagt nicht zugetraut habe. Von seiner Freude über die Auszeichnung ganz zu schweigen. Bei Julianne Moore mag man ähnliches anbringen, leider war sie mal wieder ein Zeichen dafür, dass deine Oscarchancen am besten stehen, wenn du die Checkliste aus Krankheit, Make-Up-Verzicht, schrillem Kreischen und mindestens einem ausgewachsenen Wutanfall mit anschließendem Zusammenbruch abarbeitest. Auch Rosamund Pike und Reese Witherspoon hätten den Oscar durchaus verdient gehabt. Die Auszeichnung an J. K. Simmons war eigentlich nur eine Formsache und auch die Wahl bei der besten Nebendarstellerin, einer Kategorie die immer mal für eine Überraschung gut ist, war erstaunlich vorhersehbar. Bezeichnend auch, dass Patricia Arquette für mich um vier Uhr morgens irgendwie aussieht wie Meryl Streep. Lies weiter

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Zwiegespräche mit Windows 8.1: Startmenü

Windows 8

Hugo ist jetzt online.

Hugo:
Uh, dieser neue Button da untern links in der Taskleiste …
ist es das, was ich denke?

Windows 8.1:
Ich weiß doch, was meine Nutzer wollen.

Hugo:
Ist mein Startmenü endlich zurück?

Windows 8.1:
Los, klick schon drauf.

Hugo klickt euphorisiert auf den „Startbutton“.

Windows 8.1 öffnet die Kachelansicht.

Hugo:
Meh.

Windows 8.1:
Na, hab ich zuviel versprochen?

Hugo:
Ja.

Lies weiter

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Zwiegespräche mit Windows 8: Upgrade

Windows 8

Hugo ist jetzt online.

Windows 8:
Ich müsste mal neustarten, um das Upgrade auf
Windows 8.1 abschließen zu können.

Hugo:
Hö? Das lehn ich doch seit nem halben Jahr mehrmals täglich ab.

Windows 8:
Hmm, ja, was auch immer … Möchtest du sofort oder später neustarten.

Hugo:
Später. Mal sehen, was ich noch retten kann.

Windows 8:
Klar, verschwende ruhig deine Zeit.

Hugo:
Ja, komm, zieh durch. ^^

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Summer-Sale-Marathon
Teil 8: Alice: Madness Returns (2)

Alice: Madness Returns

(c) 2011 EA Games

Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. (Gestern und) heute: Alice: Madness Returns … das Spiel strapaziert mich ein bisschen, deshalb in zwei Teilen.

Lies den ersten Teil hier →

Ich durchquere etwas, das wohl mein Schlafzimmer sein soll. Ich weiß immer noch nicht so recht, in was für einer Einrichtung ich da bin. Exposition ist nicht gerade die Stärke dieses Spiels. Zu bestimmtem Mobiliar hat Alice Erinnerungsfetzen auf Lager. In Popup-Dialogen, die nur mit der Maus wegklickbar sind, mal vertont, mal unvertont, doch jedesmal inklusive Wechsel zurück zur Third-Person-Perspektive. Ich hätte wohl den ersten Teil der Reihe spielen sollen, bin völlig aufgeschmissen. Alice hat wohl ihr Elternhaus abgebrannt, war im Irrenhaus? Das Spiel macht keine große Sache daraus, die Andeutungen locken aber auch nicht gut genug, irritieren eher. Ich stolper auf die Straße, folge einer kastenförmigen, weißen Katze und treffe eine alte Frau, die mir den Eindruck vermittelt, ich hätte irgendwas Wichtiges verpasst. Dann falle ich endlich ins Wunderland.

Das wenigstens ist hübsch designt. Natürlich angesichts der grafischen Beschränktheit des Spiels nicht buchstäblich „hübsch“, aber ich imaginiere mir zusammen, dass diese Welt in schönen Texturen einfach fantastisch aussehen muss. Alice jedenfalls fühlt sich heimisch, während das Tutorial startet. Ich bekomme ein blutiges Küchenmesser, sammel Erinnerungen und (warum auch immer) Zähne. Jede Cutscene bietet mir aufdringlich an, sie mit der Leertaste zu überspringen. Die Doppelsprungfunktion wird mir erst vorgestellt, nachdem ich sie zwangsweise selbst entdecken musste. Das Springen überhaupt ist eine Farce. Man braucht einen gewissen Abstand, um überhaupt auf einen Vorsprung zu kommen und nicht am selbigen hängen zu bleiben. Keine guten Voraussetzungen für ein Jump ’n’ Run. Lies weiter

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Summer-Sale-Marathon
Teil 7: Alice: Madness Returns (1)

Alice: Madness Returns

(c) 2011 Electronic Arts

Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute (und morgen): Alice: Madness Returns … das Spiel regt mich etwas auf, deshalb in zwei Teilen.

Mein Madness-Returns-Erlebnis startet denkbar schlecht, nämlich mit der Erstellung eines EA-Kontos. Ich könnte jetzt mit einem megabytelangen Text darüber beginnen, was ich davon halte, Spiele nur dann spielbar zu machen, wenn man sich einen Nutzeraccount beim entsprechenden Publisher zulegt, oder wie bizarr ich die Notwendigkeit eines Internetzugangs zum Spielen von Single-Player-Games finde. Aber ich denke, ich werde aus Platzgründen darauf verzichten. Das gehört in einen anderen Artikel … bestenfalls einen über Ubisoft und Assassin’s Creed. Nachdem ich diese bürokratische Formalität und den wenig kreativen Versuch, mir ein Newsletter-Abo aufzuschwatzen, gemeistert habe, wundere ich mich noch ein bisschen über die folgende Mail mit dem Betreff „Willkommen bei Origin“ (dachte, ich hätte ein EA-Konto erstellt …?). Dann geht es endlich los.

Mit der Eingabetaste darf ich zunächst ein paar Entwicklerlogos und zwei (!) aufeinanderfolgende Startbildschirme wegdrücken, bevor ich zum Hauptmenü komme. Das Spiel erkennt zwar meine hohe Bildschirmauflösung an, ist sich aber zu fein, sie selbstständig anzupassen und überlässt das mir. Ebenso die Justierung des Gammawertes. Der dazugehörige Schieberegler ist aus unerfindlichen Gründen deaktiviert, die Pfeiltasten (+/-) an seinen Enden funktionieren nicht, wenigstens darf ich das Ding mit der Maus draggen. Dann endlich geht es los. Lies weiter

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Teil 4: Deponia

Deponia

(c) 2012 Daedalic Entertainment


Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Deponia.

Rufus lebt buchstäblich im Abfall. Denn seine Heimat Kuvaq und überhaupt der ganze Planet Deponia sind – wie der Name vermuten lässt – eine gewaltige Müllhalde. Ordnung, Sauberkeit, Rücksichtsnahme, Eigentum … all diese Begriffe scheinen nicht so recht in Rufus’ Welt zu passen. Hier zählen (verständlicherweise) nur er und sein großes Ziel: Deponia zu verlassen und auf einem Kreuzer ins paradiesverheißende Elysium zu gelangen, um sich dort eine hübsche Elysianerin zu schnappen. Sehr zum Ärger seiner Mitmenschen, die sich seit seiner frühesten Kindheit von Rufus’ Risiko- und Experimentierfreude terrorisiert fühlen … und dabei natürlich nur seine Genialität unterschlagen und sich selbst sowieso viel zu wichtig nehmen.

Auch sein neuester Fluchtversuch geht bemerkenswert schief, bringt Rufus aber immerhin auf den Kreuzer. Dort beobachtet er wie die Elysianerin Goal gerade einer großangelegten Verschwörung auf die Schliche zu kommen scheint … und befördert sie prompt per Müllschacht gen Deponia. Klarer Fall von Rettung in letzter Sekunde! Selbstredend, dass Rufus plant, sie nach Elysium zurückzubringen und bestenfalls gleich mit ihr dortzubleiben. Wie könnte Goal jemanden wie ihn, der noch dazu ihr Retter ist, denn auch ausschlagen? Lies weiter

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Summer-Sale-Marathon
Teil 3: Tomb Raider

Tomb Raider

(c) 2013 SQUARE ENIX, Eidos Interactive

Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Tomb Raider.

Ich hab’ mich ja ein bisschen verliebt in dieser einen Stunde mit Tomb Raider heute Abend. Nicht in Lara Croft (naja, in die natürlich auch), sondern in die Optik dieses Spiels und die Atmosphäre, in die es mich vom ersten Moment an gerissen hat. Ich hatte die Grafikoptionen gerade mal auf ‚Normal‘ eingestellt, weil mein Laptop mich sonst im Stich lässt, aber bereits das war bemerkenswert.

Die in den meisten Szenen frei drehbare Kamera ermöglicht nicht nur jederzeit das Studium von Laras fein gerenderten Texturen (das trieb uns schließlich ursprünglich her – hands down!), sondern offenbart auch die Arbeit, die in ihre Mimik und Körperanimationen geflossen ist. Lara Croft zeigt Furcht in der Dunkelheit, leidet, wenn sie sich verletzt einen Felsen hinaufzieht, zittert in der Kälte und stützt sich gegen Wände ab, wenn sie ihnen zu nahe kommt. Die Übergänge zwischen interaktiven Sequenzen und Cutscenes, von denen es vor allem in der ersten halben Stunde eine Menge gibt, sind absolut fließend. Häufig haut man noch in die Tasten, bis man plötzlich bemerkt, dass man schon gar keinen Einfluss mehr auf das Spielgeschehen hat. Lies weiter

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Teil 2: The Stanley Parable

The Stanley Parable

(c) 2013 Galactic Cafe


Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: The Stanley Parable.

Du musst es spielen, du musst es nicht spielen. Du wirst es mögen, du wirst es nicht mögen. The Stanley Parable ist heiß diskutiert worden. Es sei ein bahnbrechendes Spiel mit innovativem Spielprinzip, dessen Handlung man nicht verraten könne, ohne dem Spieler den Genuss daran zu nehmen. Diese Geheimnistuerei schürt große Erwartungen. Ich verzichte darauf. Wer so unbedarft an das Spiel herangehen mag, sollte hier nicht weiterlesen …

Schon die zehn Achievements zu The Stanley Parable sind ungewöhnlich. Neben „Quit the game and then start it again.“ (ja, es wird tatsächlich so erlangt) und „Play The Stanley Parable for the entire duration of a Tuesday.“ findet sich auch das simple „Beat the game.“ Man erreicht es beinahe unausweichlich nach knapp sechs Minuten. Und tatsächlich ist das Spiel zu diesem Zeitpunkt auch schon durchgespielt und man startet von vorn. Natürlich kann man sich damit nicht zufrieden geben. Also begibt man sich erneut in die verlassenen Gänge von Stanleys Büro, nur um diesmal nicht der sonoren Stimme des Erzählers Folge zu leisten, sondern statt der linken Tür die rechte zu nutzen oder die Treppe runter statt rauf zu gehen … und damit die gesamte Handlung auf den Kopf zu stellen. Lies weiter

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Zwiegespräche mit Windows 8: Windows 8.1

Windows 8

Hugo ist jetzt online.

Windows 8:
Boing! Möchtest du jetzt kostenlos auf Windows 8.1 upgraden?

Hugo:
Nein.

Windows 8:
Willst du? Willst du?

Hugo:
Na-hein!

Windows 8:
Willst du gleich zum Store wechseln oder soll ich dich später dran erinnern?

Hugo:
Ich möcht gar nich mehr dran erinnert werden. Und wärs nich sinnvoller, dass im Update-Center zu machen, statt im Store, wo man normalerweise Dinge kauft.

Windows 8:
Werd dich in ein paar Tagen nochmal dran erinnern.

Hugo:
Ah, leck mich.

Hugo ist jetzt offline.

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Der Hobbit: Smaugs Einöde

Der Hobbit: Smaugs Einöde

(C) 2013 New Line Cinema, MGM, Wingnut Films; http://www.thehobbit.com/

Mit Smaugs Einöde kehren Bilbo Beutlin und seine dreizehn zwergischen Weggefährten auf die Leinwand zurück. Nach zwei Stunden Wiesen, Wald und Wasser folgt das langerwartete Aufeinandertreffen mit dem Drachen Smaug. Doch Bruder Hugo sucht verzweifelt nach Feuer.

Stolze einhunderteinundsechzig Minuten Laufzeit bilden den Mittelteil von Peter Jacksons Verfilmung des 250-Seiten-Romans Der Hobbit. Das sind fast drei Stunden pausenlose Reizüberflutung auf hohem technischen Niveau. Und obwohl Smaugs Einöde eigentlich keine erzählerischen Längen aufweist, wirkt er auf mich nicht flüssig. Die Figuren bleiben überwiegend unter ihrem Potential, die Handlung kommt kaum über Transformers-Level hinaus. Da brechen Kenner der Romanvorlage reihenweise in Tränen aus …

Enttäuscht hat mich das bei Smaugs Einöde nicht mehr sonderlich. Eine unerwartete Reise hat meine Erwartungen an die Hobbit-Verfilmungen ordentlich gedämpft, auch wenn ich einen Funken Hoffnung hatte, dass Peter Jackson im zweiten Teil einige Makel des Vorgängers wieder ausbügeln würde. Ich bin tatsächlich nur noch traurig darüber, wie lieblos das Drehbuch mit der Romanvorlage umgeht. Zugegeben: Tolkien war zwar ein Mann mit großen Ideen, aber er war kein High-End-Schriftsteller. Das merkt man, wenn man den Herrn der Ringe liest, wo sich Tolkien regelmäßig in detaillierten Beschreibungen verheddert und dabei ganze Handlungsstränge (namentlich die Reise von Frodo und Sam) veröden lässt. Der Hobbit ist besser, weil er einen ganz anderen Anspruch, eine andere Zielgruppe und dadurch einen anderen Stil hat. Er ist kürzer, weniger episch, oft wirklich einfach, teilweise sogar albern … eben für Kinder. Ich denke, niemand hat erwartet, dass Peter Jackson Kinderfilme dreht. Das wäre auch verkehrt. Wir wollten schließlich ein Prequel zu Der Herr der Ringe sehen, nichts anderes. Im Gegensatz zum ersten Teil eiert Smaugs Einöde nicht mehr zwischen kindlicher Albernheit und aufgeschnittenen Bauchdecken herum. Das ist gut. Der neue Film schlägt sich eindeutiger auf die Erwachsenenseite, wenn auch mit einer Menge komödiantischer Elemente. Die Orks sind aber keine knuffigen Plüschtiere mehr und Radagasts Narnia-Kaninchen sieht man auch nur noch in einem kurzen Panoramashot.

Es ist auch nicht der grundsätzliche Erzählstil der Filme, der mich stört, sondern die Ignoranz gegenüber kleinen Details, die den Roman so lesens- und liebenswert machen. Auch der zweite Teil scheitert nämlich an vielen verpatzten Einzelheiten, deren Korrektur so einfach und logisch gewesen wäre, dass es schon fast tragisch ist, sie dennoch auf der Leinwand sehen zu müssen. Eigentlich will ich die Hobbit-Filme mögen, so wie ich die Herr-der-Ringe-Filme mag. Aber sie machen es mir aus vielerlei Gründen nicht leicht. Lies weiter

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