Summer-Sale-Marathon
Teil 10: Fallout: New Vegas

Fallout: New Vegas

(c) 2010 Bethesda Softworks, Obsidian Entertainment

Mit dem Summer Sale plündert die Videospielplattform Steam vom 19. bis 30. Juni mal wieder unsere Geldbeutel. Wir spielen jeden Tag einen Topseller an und äußern unsere Gedanken in einem Blitzreview. Heute: Fallout: New Vegas.

Da ich nie dazu kam, Fallout 3 zu spielen, entschloss ich mich kurzerhand am letzten Tag des Steam Summer Sales dazu, den Nachfolger käuflich zu erwerben: Fallout: New Vegas. Das Spiel ist eine Mischung aus Egoshooter und Rollenspiel, das durch den VATS-Zielmodus deutlich mehr Rollenspielelemente implementiert als Genrekollege Borderlands.

Die Story ist schnell zusammengefasst: man ist ein Kurier, der in einem postapokalyptischen Wilden Westen Zeug von A nach B bringt und dafür Kronkorken verdient. Bei einem solchen Auftrag wird man hintergangen und fängt sich eine Kugel in den Kopf ein. Da man glücklicherweise von einem in der Nähe lebenden Arzt gerettet wird, steht einem auch nichts mehr im Weg, Rache an den bösen Halunken zu nehmen.

Das Spielprinzip lässt sich durch „looten und leveln“ einfach zusammenfassen. Man läuft herum, erfüllt Aufträge, sammelt Zeug ein, tötet dabei alle feindlichgesinnten Lebewesen und sackt massenweise Erfahrungspunkte ein, die man dann beim Levelaufstieg dazu verwendet, Charakterwerte wie z. B. Schusswaffen, Sprengstoff oder Schleichen aufzuwerten und nützliche Boni wie z. B. „Cherchez la femme“, das einem weiblichen Chrackter erlaubt, erhöhten Schaden bei NPCs gleichen Geschlechts anzurichten, zu erwerben.

Der Kampf war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, denn gesetzt dem Fall, man hat den VATS-Modus noch nicht gefunden, verschießt man vor allem im Nahkampf auch mal gern ein halbes Magazin, ohne auch nur den geringsten Kratzer beim Gegner zu hinterlassen, da die Gegner scheinbar alle auf Speed sind und Neo-gleiche Reflexe besitzen (jegliche Beschuldigung der Unfähigkeit weise ich von mir). Der VATS-Modus erlaubt es einem, die Zeit anzuhalten und – vorausgesetzt man hat genügend Aktionspunkte – einige Schüsse auf bestimmte Körperteile der Gegner abzugeben. Eine Besonderheit von Fallout ist das Körpergliedmaßensystem das den Chars zugrunde liegt. Jeder besteht nämlich aus sechs Trefferzonen (Kopf, Beine, Körper und Arme), die jeweils einen eigenen Lebensbalken besitzen. Sollte dieser 0 erreichen, wird die Zone verkrüppelt und man muss mit einigen Mali rechnen wie z. B. langsameres Laufen, wenn die Beine betroffen sind.

Bei den Items, die man so einsammelt, gibt es fünf verschiedene Gruppen: Waffen, Munition, Rüstungen, Nützliches und Ramsch. Bei Waffen gibt es weitere Untergliederungen wie z. B. Nahkampf, Fernkampf oder Laser, Plasma. Bei Munition gibt es auch verschiedene Kategorien wie 9 mm oder 5,5 mm und auch diese Kategorien haben verschiedene Untergruppen. Bei Rüstungen scheint es nur leichte, mittlere und schwere zu geben, die nach der Faustregel „Je schwerer, desto mehr Verteidugung, aber weniger Wendigkeit“ beschaffen sind. Unter Nützliches fallen alle Items, die beim Benutzen direkten Einfluss auf die Charakterwerte nehmen und zeitlich begrenzt sind. Gegenstände die unter die letzte Kategorie fallen, scheinen drölftausendmal häufiger vorzukommen und ihr einziger Nutzen ist es, dem Spieler Zeit zu stehlen, indem er versucht diesen sinnlosen Schmarn an NPCs zu verkaufen oder Platz macht für die dicke Wumme, die er gerade gefunden hat und die scheinbar 50 Kilo wiegt.

Das Spiel gefällt mir generell ganz gut. Ich finde den großen Anteil der RPG-Elemente sehr ansprechend und die Möglichkeit, viele Situationen auf verschiedene Arten und Weisen lösen zu können, sehr ansprechend. Wenn man beispielsweise gerade so durch ein Dungeon gekommen ist und am Ende einen großen Kampf verhindern kann, weil man das Talent Computer auf 90 hat, dann ist das schon eine große Genugtuung. Allerdings kommt es auch häufig vor, dass man nicht die notwendigen Voraussetzungen besitzt. Das ist dann weniger angenehm (weder für Mensch noch für Maus). Zusätzlich dazu gefällt mir der reale Ansatz des Spiels. Allerdings bleibt’s auch bei dem Ansatz, ich weiß jedenfalls nicht, wann sich jemand das letzte Mal Arme und Beine weggesprengt hat, die dann nach einer Stunde Schlaf wieder nachgewachsen sind.

Alles in allem würde ich das Spiel jedem ans Herz legen, der gerne westliche Rollenspiele spielt und/oder ein Fan des postapokalyptischen Wild-West-Settings ist.

So, und ich geh mir jetzt einen Radskorpioneintopf machen, haut rein.

Titel: Fallout: New Vegas
Entwickler (Jahr): Obsidian Entertainment (2010)
Genre: Action, RPG
Preis: 2,49 € (75% reduziert im Blitzangebot) statt 9,99 €
Kot Matroskin

Kot Matroskin

Anfangs ein Straßenkater, bin ich nun stolzer Bauernhofbesitzer. Hab zwar kein Streetcred mehr, dafür einen geordneten Alltag und ne Kuh.
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